
Fallstudie WINDSTROM AG: Informationen – Teil 2
Die Anlagen der WINDSTROM AG werden sehr stark an individuelle Kundenwünsche angepasst. Dies ist zum einen erforderlich, da die Netzanschlussbedingungen in verschiedenen Ländern variieren, zum anderen, weil die Anlagen optimal auf die am Standort vorherrschenden Windbedingungen angepasst werden müssen. Dabei sind u.a. Auflagen bezüglich Turmhöhe und Lärmpegel zu erfüllen. Des Weiteren stehen dem Kunden Getriebe und Rotorblätter von unterschiedlichen Herstellern zur Wahl sowie unterschiedliche Turmvarianten (Gittermast oder Beton). Der Aufwand bei der Errichtung der Anlagen variiert stark je nach Anlage, so ist der Zeitbedarf für die Errichtung einer WS7 doppelt so groß wie der für den Aufbau einer WS4.
In den letzten zwei Jahren treten zunehmend Qualitätsprobleme auf. Mängel, die in der Regel erst bei der Endabnahme identifiziert werden, führen zu verspäteter Übergabe der Anlagen an die Kunden und erhöhten Nachbesserungsaufwendungen. Des Weiteren entstehen Kosten durch Vertragsstrafen, wenn die technische Verfügbarkeit der Anlage nicht gewährleistet werden kann.
Die Mängel entstehen zum einen aufgrund fehlerhafter Komponenten, insbesondere bei Türmen und Rotorblättern. Zum anderen treten bei Anlagen der größeren Leistungsklassen nach Inbetriebnahme häufig Getriebeprobleme und Gelenkwellenbrüche auf. Bei im Ausland errichteten Anlagen sind häufiger unvorhergesehene Probleme mit der Kompatibilität der Anlagen mit den örtlichen Netzen aufgetreten, was teilweise zur Neuentwicklung einzelner Komponenten geführt hat.
Eine aktuelle Marktstudie hat folgende Erkenntnisse ergeben:
- Trend zu Hochleistungsanlagen setzt sich fort
- Sättigungserscheinungen auf dem deutschen Markt aus Ermangelung attraktiver Windstandorte
- Vergangener Windkraft-Boom in Deutschland durch gesetzliche Regelungen (Stromeinspeisegesetz) erheblich unterstützt, Zukunft der Windkraft in der Diskussion
- Bisher gesetzliche Förderung im Ausland sehr begrenzt
- Wachstumspotenziale im Offshore-Bereich: noch keine hinreichenden Studien zu Windverhältnissen und Flächenverfügbarkeit und technischen Risiken
Übersicht Windstrom AG:
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Hinweis: Diese Case Study wurde zur Verfügung gestellt von Roland Berger Strategy Consultants.
Staufenbiel Institut